Lebensgemeischaften für Menschen mit und ohne geistige Behinderung in Trier

Wohngemeinschaft Rotbachstraße

Neue Konzeption

Der Beginn der integrativen Wohngemeinschaft in der Rotbachstraße vor gut zwei Jahren  wurde in der Öffentlichkeit mit viel Wohlwollen bedacht.  Im ersten Jahr wurde viel Energie in die strukturelle und organisatorische Basis investiert. Nicht zuletzt gehörte für die neuen Mitarbeiterinnen dazu eine Teamsupervision,  die ebenso wie die Überarbeitung des Konzeptes von der Lotterie GlücksSpirale finanziell unterstützt wurde. In der Praxis der Wohngemeinschaft zeigte sich nach der Anfangsphase, dass die erste Konzeption überarbeitet und ergänzt werden müsste. Dieser Prozess der Überarbeitung, der von vor einem guten Jahr  begann, konnte in der vergangenen Woche durch die Beteiligten abgeschlossen werden.

Alle – die Bewohner, die Assistenten und Assistentinnen, die Eltern, die Vereinsmitglieder – hatten nochmal Gelegenheit, die Ergebnisse der einzelnen Arbeitsgruppen in der neuen Konzeption zu verfolgen und den Gesamttext zu besprechen. Die neue Vorsitzende Elisabeth Stolte-Hohmann zeigte sich nach der Veranstaltung sehr zufrieden: „Damit haben wir eine umfassende Grundlage geschaffen und mit der gleichzeitigen Erstellung eines Handbuches die Abläufe der Wohngemeinschaft auf solide Füße gestellt.“

Gemeinsames Leben

Mit dem Start am 01.November konnten Christian, Elena, Katrin, Manuel, Stefan und Tobias zusammen mit Carsten, Julia und Stefanie das gemeinsame Leben ausprobieren. Tagsabläufe wurden erstellt, die Mahlzeiten vorbereitet, Zimmer und Räume gereinigt, neue Wege ausprobiert und vieles mehr. Mit Hilfe von Assistenten ist das gelungen. In der wöchentlichen Bewohnerkonferenz wird allerlei geplant, ob es ins Kino oder zum Sportereignis geht oder was auf den Speiseplan kommt.

Da die Zahle der Assitenten noch schwankt, ist die Wohngemeinschaft noch manches Wochenende zu und es gibt Gelegenheit, das Elternhaus zu besuchen.  Wenn die jungen Erwachsenen gefragt werden, wie es ihnen geht, erhält man meistens eine positive Antwort. Wie überall, müssen in der neuen Umgebung auch Probleme bewältigt werden. Da ist Unterstützung der Assistenten und der Eltern gefragt.

Unsere Projektidee

"Wohnen wo ich will und mit wem ich will" hört sich wie eine Selbstverständlichkeit an – für geistig Behinderte jedoch nicht.

Seit vielen Jahren sind wir im Verein SMiLe/Archeinitiative Trier auf dem Weg - inspiriert durch die Idee der Internationalen Archebewegung - die Vision von einer  Wohngemeinschaft geistig behinderter und nicht behinderter Menschen zu realisieren.
Nun hat uns die Baugesellschaft Samok-Bau ein Haus zur Miete angeboten, das unseren Vorstellungen entspricht. Das Haus liegt im Kern des Trierer Stadtteils Heiligkreuz und ist ideal für unser Anliegen.

Wir wollen hier eine kleine Wohngemeinschaft als gemeinsames Zuhause von Menschen mit und ohne Behinderung schaffen.

Eine Gruppe von 6 jungen geistige behinderten  Menschen – zwei Frauen und 4 Männer - die sich bereits gefunden hat, kann dort als Wohngemeinschaft zusammenleben. In Anlehnung an die "Archegemeinschaften" bietet das Haus Wohnmöglichkeit für 3 weitere  Menschen, die nicht behindert sind und  für einen bestimmten Zeitraum in die Gemeinschaft einziehen möchten.

Die behinderten Bewohner mieten sich ihren eigenen Wohnraum innerhalb des gemeinsamen Hauses, sind in die Hausgemeinschaft eingebunden, erhalten individuell ihre Hilfen zur Ausgestaltung ihres selbstbestimmten Lebens durch Mitarbeiter, von denen auch einige selbst Wohngemeinschaftsmitglieder sind. Darüber hinaus erfolgt die Pflege und Betreuung individuell und ambulant.

Gekocht und gegessen wird gemeinsam und die anfallenden Hausarbeiten werden gemeinschaftlich erledigt, wobei sich jeder mit seinen Gaben und Fähigkeiten einbringt. Tagsüber arbeiten die geistig behinderten Bewohner in der Werkstatt für Geistig Behinderte bzw. sind in der Tagesförderstätte. Darüber hinaus erfolgt die Pflege und Betreuung der behinderten Bewohner individuell und ambulant.

Die Gemeinschaftsräume und ein kleiner Garten bieten darüber hinaus die Gelegenheit, das gemeinschaftliche Zusammleben zu fördern.
Die Lage des Hauses bietet die Chance, Kontakte zu Nachbarn auf zu bauen, in das allgemeine Freizeitleben des Stadtteils und in das Gemeindeleben der nahen Kirchengemeinde einbezogen zu werden - so dass Inklusion lebbar ist.

Schon vor dem Einzug Ende 2011 wollen wir uns bemühen, uns im Stadtteil bekannt machen.
 

Entwicklung

September 2010:  Firma Samok-Bau trifft mit SMiLe/Archeinitiative Trieer eine Vereinbarung über die künftige Nutzung des Objektes Trier-Heiligkreuz, Rotbachstraße und stellt für den Umbau den Bauantrag bei der Stadt Trier.

Der Einbau eines Aufzuges ist eine Grundvoraussetzung, um Menschen mit körperlichen Einschränkungen nicht auszugrenzen; die Kosten müssen von SMiLe getragen werden, um den Mietpreis finanzierbar zu halten.

Januar 2011:          Vorvertrag wird zwischen der Fa. Samok-Bau und SMiLe/Archeinitiative Trier geschlossen

Mitte Januar 2011:  Baubeginn

1. November 2011: Fertigstellung

Nach der ersten Novemberwoche sind alle neun Bewohner eingezogen: Stefanie, Julia, Carsten, Elena, Manuel, Katrin, Tobias, Stefan und Christian.

In der Wohngemeinschaft ist von Beginn an die Sozialstation des Club Aktiv für den Pflegebereich tätig. Darüber hinaus arbeiten von Anfang an Stefanie Schulze König, Carsten Matlok,  Julia Radder und Ricarda Hartmann mit. Inzwischen sind neue Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter hinzugekommen. Inzwischen sind Julia, Carsten und Stefanie ausgezogen. Danach haben Ricarda, Hannah und Katharina im Haus gewohnt. Nun wohnen Simon, Timon und Anna im Dachgeschoss. Seit Januar 2012 sind nach und nach weitere Assistentinnen hinzugekommen: Claudia Thiel, Sandra Langner, Karin Jostock, Ellen Weinberger und Bruni Werner (Teamleitung)

 

Finanzierung

Die Lotterie GlücksSpirale unterstützte den Fortbildungsprozess/Supervision in den Jahren April 2012 - Februar 2014

TV-Aktion "Meine Hilfe zählt"  2010 und 2011

Jubiläumsspende Firma Samok-Bau

sonstige Spenden darunter besonders auch die Firma Yadastar

Aktion Mensch hat die Wohngemeinschaft mehrfach gefördert. Dazu gehört die Beteiligung am Aufzug und der Einrichtung der Gemeinschafttsräume.  Im April wird auch der PKW für Gemeinschaft zur Verfügung gestellt, der neben der Aktion Mensch von vielen einzelnen Spendern finanziert wurde.

     

Nikolaus-Koch-Stiftung : Förderung des Aufzuges

Eigenbeteiligung der Eltern